In memoriam Michael Schäfer

Michael Schäfer, Selbstbildnis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Michael Schäfer wurde 1952 in Altena/Westfalen geboren und starb viel zu früh im Alter von nur 52 Jahren.

 
Er absolvierte seine Kunstausbildung in der ehemaligen Werkkunstschule Hannover und der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
 
Schwerpunkt der fotorealistischen Malerei von Michael Schäfer ist der Illusionismus einer damals modernen Pop-Kultur, wie er sich in Film, Medien und Werbung darstellte.
 
Durch Klischees und Images wird eine Scheinwelt geschaffen, die mit Macht und psychologischem Feingefühl unsere Sicht auf die Welt bestimmen.

 

Sie rufen Assoziationen und Fantasien hervor, mit denen sich jeder seinen eigenen „Zwischenhimmel“ kreiert.

 

Es werden Bilder evoziert, die vage sind und die ein Spiel zwischen Schein und Wirklichkeit auslösen.
 
Michael Schäfers Malerei operiert mit diesen Grundlagen der Werbeindustrie, begreift Werbung als ästhetisches Phänomen. Er produzierte Bilder, die per Assoziation funktionieren.
 
Dazu isolierte er Fotoaufnahmen und Mitteilungen aus Tageszeitungen, Wurfkastensendungen und Fernsehen aus ihrem ursprünglichen Kontext und stilisierte Banalität zu Bedeutsamkeit...
 
Indem er die Ausschnitte in seiner Malerei in eine fiktive Szenerie überführte, gegensätzliche Elemente zusammen-führte oder die übernommenen Sequenzen fragmentierte, verändern sich ursprünglicher Inhalt und Assoziation des Betrachters.

 

Oft erhalten Schäfers Bilder dadurch selbst einen surrealen Charakter und erscheinen wie Phantasie- oder Traumbilder.
 
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In seiner Malerei beschäftigte sich Michael Schäfer vorrangig mit den traditionellen Genres, Stillleben, Interieur, Porträt und Landschaft. Dabei baute er kunsthistorische Zitate genau so ein wie Elemente der Collage. Eine Erweiterung sind seine Schriftbilder, die einen Übertrag von Randnotizen aus der Mopo darstellen. Es sind banal erscheinende Mitteilungen, die jedoch das bisherige wissenschaftliche Weltbild in Frage stellen.“

 

 

Auszüge aus einer Laudatio von Dr. Andrea Fromm, Hamburg,

anlässlich einer Gedächtnisausstellung zu Michael Schäfers Werk im Jahre 2005